Snot vs $an-Angelo
Video: 1:1
Snot hat hier für sein Video viele interessante Locations gewählt, wodurch es interessant bleibt und einem beim Anschauen nicht langweilig wird. Allerdings könnte die Performance noch etwas motivierter sein und das Bildrauschen minimiert werden, insbesondere bei dunklen Szenen wird dieses nämlich auffällig.
$an-Angelo setzt seine Gestik hier gut ein und arbeitet mit Körpersprache. Auch wenn mir die Performance hier also mehr gefällt und es ein paar nette kleine Effekte gibt, fände ich es cool, wenn der Videoort das nächste Mal noch über den Aufnahmeraum hinausgeht.
Insgesamt zwei solide Videos, die man sich gut anschauen kann, weswegen ich hier beiden einen Punkt gebe.
Sound: 1:1
Snot ist gut zu verstehen und harmoniert überwiegend gut mit dem Beat. An einigen Stellen wirkt seine Stimme jedoch etwas dumpf und es gibt viele S-Laute. Da würde ich das nächste Mal etwas kraftvoller vorgehen und im hohen Frequenzspektrum insgesamt noch etwas dazugeben, aber die kritischen Bereiche der Zischlaute abschwächen.
$an-Angelo klingt hier druckvoll und seine Stimme kommt insgesamt mächtig auf den Beat. Allerdings sollte hier unbedingt die Verständlichkeit beachtet werden, da einige Stellen schwer zu erfassen sind. Ich würde hier empfehlen, in mehr Takes aufzunehmen, damit man weniger schlecht bearbeitbare Atmer in den Parts hat, die einen insgesamt doch etwas rausbringen.
Insgesamt geht $an-Angelo hier etwas mehr nach vorne, wobei Snot konstant verständlich ist. Ich entscheide mich wieder dafür, beiden einen Punkt zu geben.
Flow: 1:1
Snot flowt hier die meiste Zeit onbeat und setzt seine Betonungen auf das Zeilenende. Hier ist vieles sauber und es gibt auch Flowvariationen, jedoch lässt der zurückhaltende Stimmeinsatz und die gelegentlichen leicht aus dem Takt rutschenden Zeilen es noch nicht völlig routiniert wirken. Wenn du die Stimme noch mehr hervorbringst und deine kleinen Unsauberkeiten optimierst, wird das auf jeden Fall gut, weil gute Ansätze vorhanden sind.
$an-Angelo hat wie gesagt einen angenehmen Stimmeinsatz und geht gut nach vorne. Leider sind einige undeutliche Passagen aber auffällig und es wirkt insgesamt noch etwas unsicher. Ich würde hier ans Herz legen, versuchen deutlicher zu sprechen und notfalls die paar Takes mehr zu machen, um zu optimieren. Auch wenn es einige Stellen gibt, die ich sehr angenehm zu hören finde, bringen einen die paar Stellen, die unverständlich sind oder bei denen die Luft ausgeht etwas raus. Wenn du darauf mehr achtest, sehe ich aber auch hier viel Potenzial.
Ich vergebe insgesamt bei beiden einen Punkt für die guten Ansätze.
Text: 2:1
Bei Snot fand ich die „im Eimer“ Zeile ganz witzig, jedoch finde ich, dass viele Pointen noch etwas zu stumpf sind. Ein paar Sachen wie das mit dem Epstein Kreis sind zwar edgy und hinterlassen durch Schockhumor einen Eindruck, jedoch sind die Schwulen und Transen Lines, wenn man es genau nimmt, nicht wirklich innovativ oder gegnerbezogen. Schlussendlich hinterlässt die Runde einen Eindruck, jedoch nicht aufgrund gelungener und schlauer Angriffsflächen, sondern eher, weil du deinen Gegner die ganze Zeit wiederholt offensiv betitelst. Das ist zwar irgendwie das endgültige Ziel einer Battlerunde, was du somit umgesetzt hast, allerdings wäre etwas mehr um die Ecke denken, recherchieren und Gegnerbezug in späteren Runden hilfreich. Formulierungen wie Warzen zu dem Schwein wirken außerdem leicht gezweckt. Ich vergebe aber trotzdem 2 Punkte an dich, weil deine Runde unterhaltsame Momente hat, einen Gesamteindruck hinterlässt und auch wegen der guten Reime unterhaltsam ist.
Bei $an-Angelo finde ich die „Acapella Bars“ und „16:9 oder so“ Zeilen sehr unterhaltsam. Es gibt aber inmitten seiner Strophen häufig abrupte inhaltliche Sprünge, wodurch es schwer wird, mitzukommen. Dadurch werden viele Angriffsflächen auch nur kurz angeschnitten und nicht richtig ausformuliert. Schade! Ich sehe hier textlich viele Möglichkeiten, wie du deinen Gegner mit deinen Angriffsflächen hättest attackieren können. Versuche demnächst weniger von deinem Gegner abzuweichen und Angriffsflächen gezielter und pointierter abzuarbeiten. Die Grundideen gefallen mir hier durchaus sehr gut, aber es bleibt leider nur bei Ansätzen und es entsteht kein richtig eindeutiger Stempel, dem du deinem Gegner aufdrückst, wodurch ich hier nur einen Punkt geben kann.
Insgesamt: 5:4 Snot